Das Gebäudeenergiegesetz sieht die Erstellung eines Energieausweises vor. Dieser wäre z. B. nötig, wenn wir unser Haus verkaufen wollten, was wir aber sicher nicht tun werden. Dennoch möchte ich hier kurz vorrechnen, wie vorteilhaft sich der Einbau einer Wärmepumpenheizung auf die Gebäudeklasse auswirkt.
Der Energieausweis lässt sich als Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis berechnen. Da wir nun den Stromverbrauch unserer neuen Heizung aus den letzten drei Jahren kennen, werde ich im Folgenden die Eckdaten für den Energieverbrauchsausweis berechnen.
Zunächst muss die passende Gebäudenutzfläche berechnet werden. Unser Gebäude hat eine Grundfläche von rund 126qm, ein Erdgeschoss von 3,10cm Deckenhöhe und ein Obergeschoss mit 2,60cm Deckenhöhe und Dachschrägen. Das Gebäude ist teilunterkellert und der Keller ist beheizt. Daraus lässt sich eine Gebäudenutzfläche (V2) von ca. 300qm berechnen.
Der Verbrauch unserer alten Gasheizung, korrigiert mit den jeweiligen Klimafaktoren, schwankte in den Jahren 2014 bis 2022 ungefähr zwischen 37.000 und 40.000 KWh Gas/anno mit einem Mittelwert von 38.900 KWh. Daraus lässt sich der Endenergiebedarf unseres Hauses inklusive Warmwasserbereitung auf knapp 130 KWh/(qm*a) bestimmen. Das ist gerade noch so Gebäudeklasse D.
Im Energieausweis wird aber auch noch der Primärenergiebedarf ausgewiesen, der zusätzlich den Aufwand für die Bereitstellung des Energieträgers beinhaltet. Dazu muss der Endenergiebedarf mit dem Primärenergiefaktor multipliziert. Nach GEG ergibt sich also ein Primärenergiebedarf von 130 KWh(qm*a) * 1,1 = 142,7 KWh(qm*a)
Der Verbrauch unser Wärmepumpenheizung inklusive Warmwasserbereitung lag in den letzten drei Jahren korrigiert mit den Klimafaktoren bei 9512, 10253 und 11300 KWh. Der Mittelwert liegt also ungefähr bei 10.300 KWh/anno. Daraus lässt sich leicht der Endenergiebedarf bestimmen: 10.300 KWh/a : 300qm = 34,3 KWh/(qm*a) . Damit entspricht unser Haus nun der Gebäudeklasse A (!!!).
Um den Primärenergiebedarf nach GEG zu errechnen muss man den netzbezogenen Stromanteil aktuell mit einem Faktor von 1,8 multiplizieren, der durch die PV-Anlage erzeugte Strom entfällt komplett. Den PV-Anteil habe ich in einem vorherigen Beitrag auf üngefähr 8 Prozent geschätzt. Dann ergibt sich also für den Primärenergiebedarf 34,3 KWh/(qm*a) * 0,92 * 1,8 = 56,9 KWh(qm*a).
Wenn in den kommenden Jahren der Anteil der Erneuerbaren am Strommix weiter steigen wird, wird der Faktor von 1,8 sinken und unser Primärenergiebedarf wird automatisch sinken. Wie beziehen außerdem ja ohnehin nur Ökostrom für unsere Heizung. Wem der Wiederverkaufswert seiner Immobilie wichtig ist, der heutzutage ja auch stark vom energetischen Zustand des Gebäudes abhängt, der wiederum im Energieausweis dokumentiert ist, sollte also unbedingt auf eine Wärmepumpenheizung umsteigen.
Möglicherweise wird die Strategie, eine Wärmepumpe einzubauen, ohne das Gebäude umfassend zu dämmen, in Zukunft stärker in den Blickpunkt rücken. Eine Studie der Stiftung Klimaneutralitär befürwortet dieses Vorgehen ausdrücklich.