Thermischer Abgleich

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Die Heizungsfirma, die unsere alte Gasheizung wartete, hatte noch bevor unsere Wärmepumpenheizung eingebaut wurde, einen hydraulischen Abgleich durchgeführt. Dazu wurden im wesentlichen Eclipse-Ventile der Firma Heimeier eingebaut, die den Durchfluss automatisch regeln können. Dadurch kann der Durchfluss permanent begrenzt werden auch wenn z. B. „Nachbarventile“ gerade schließen. Der hydraulische Abgleich durch die Heizungsfirma erfordert dann nur noch, anhand der jeweiligen Leistung der Heizkörper und einer von der Firma Heimeier zur Verfügung gestellten Tabelle den maximalen Durchfluss am Heizkörper einzustellen (Verfahren A).

Für die Berechnung der Leistung der Heizkörper ist es jedoch notwendig, die Vor- und Rücklauftemperatur sowie die gewünschte Raumtemperatur vorzugeben. Da wir zum Zeitpunkt des Abgleichs noch eine Gasheizung betrieben, hat die Heizungsfirma leider eine Spreizung von (70°C/55°C) angesetzt, was typisch für Gasheizungen ist. (Die angesetzten Raumtemperaturen hat die Heizungsfirma nicht dokumentiert.) Die Monteure der Firma Thermondo meinten deshalb bei der Inbetriebnahme der neuen Heizung, dass eine Berechnung für die Spreizung (55°C/45°C) bei uns vorteilhafter gewesen wäre.

Glücklicherweise ist die Berechnung der Heizkörperleistung durch den Heizkörperrechner gar nicht schwierig. Deshalb habe ich jetzt die Einstellwerte aller Ventile mit Hilfe der Heimeier-Tabelle neu bestimmt. Die meisten Einstellwerte liegen recht nahe bei denen, die auch unsere alte Heizungsfirma bestimmt hatte. Für unsere kältesten Räume hatten wir bereits die Einstellwerte auf Maximum korrigiert. Mit diesen Einstellungen betreiben wir unsere Heizung ja jetzt schon einige Zeit und beobachten leider, dass es im relativ gut gedämmten Erdgeschoss wärmer ist als im schlechter gedämmten Obergeschoss.

Deshalb versuche ich nun unsere Anlage feinzujustieren bzw. einen Thermischen Abgleich durchzuführen. Unsere beiden warmen Räume im Erdgeschoss, die wir auch mit den Fritz-Thermostaten regeln, sind die Küche und das Wohnzimmer. Für diese vier Heizkörper habe ich den maximalen Durchfluss um ca. 20 Liter pro Stunde reduziert, was so ungefähr einer Reduzierung um 20% entspricht. Bei den Heizkörper im Obergeschoss habe ich unterschiedlich erhöht, da einige Heizkörper bereits nah am maximalen Durchfluss eingestellt waren.

Der maximale Durchfluss insgesamt hat sich damit von 1650 Liter pro Stunde auf 2020 Liter pro Stunde erhöht. Es ist unklar, ob unser Rohrsystem das so ermöglichen würde. Das Bedienpanel unserer Heizung zeigt bei der Einstellung „Optimale Durchflussrate“ an, das wir rund 17 Liter pro Minute, also rund 1000 Liter pro Stunde tatsächlichen Durchfluss haben. (Die Außentemperaturen bewegen sich aktuell um den Gefrierpunkt.)

Ich werde nun beobachten, ob sich die Temperaturniveaus zwischen beiden Etagen annähern. Da ich befürchte, dass es unten nun kälter werden könnte, habe ich die Heizkurve noch leicht angehoben. In der letzten Zeit hatten wir die Heizkurve manuell über die Einstellmöglichkeit des Auto-Modus ohnehin immer mal wieder um ein paar Grad angehoben, da unser Haus doch sehr stark auf äußere Witterungseinflüsse wie Sonne oder Wind zu reagieren scheint.

Und Ende Februar sieht es tatsächlich so aus, als ob wir eine deutliche Verbesserung erreicht haben. Erdgeschoss und Obergeschoss erreichen nachmittags fast immer die Solltemperatur von 22°C, die Wohnräume oben sogar durchgehend. Für Tage mit besonderen Wetterbedingungen können wir dann die Heizkurve manuell über das Therma-V-Bedienmenu leicht anheben, das war bislang aber noch nicht nötig.

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